FULDATAL, DEUTSCHLAND / RankWire.AI / – Deutschland baut seine Drohnenabwehrkapazitäten aus, um den rasanten technologischen Entwicklungen im Bereich unbemannter Fluggeräte zu begegnen. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt erklärte, die Drohnenabwehr bleibe eine langfristige Aufgabe der Bundespolizei. Er äußerte sich am Donnerstag bei einem Besuch der Polizeifliegerstaffel in Fuldatal, Hessen. Dobrindt beschrieb ein anhaltendes technologisches Wettrüsten zwischen Abwehrsystemen und solchen, die diese überwinden sollen.

Die Bundespolizei hat im Dezember 2025 ihre Spezialeinheit zur Drohnenabwehr für bundesweite Einsätze gegründet. Laut aktuellen Regierungsangaben besteht die Einheit derzeit aus rund 70 Einsatzkräften. Bis Ende 2026 soll die Stärke auf 300 Beamte erhöht werden. Das Bundesinnenministerium hat zudem den Ausbau der geplanten Standorte von vier auf acht angeordnet, um die Abdeckung und Reaktionszeiten in ganz Deutschland zu verbessern.
Deutschland hat die Drohnenabwehr an großen Flughäfen unter der Zuständigkeit der Bundespolizei priorisiert. Zu diesen Flughäfen zählen Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn, Stuttgart und Leipzig/Halle. Die Bundesregierung beschafft mobile Ortungs- und Abwehrsysteme für den Einsatz an Flughäfen. Aus Sicherheitsgründen hat der Bund die Systeme nicht detailliert vorgestellt. Die Polizei ist für die Drohnenabwehr auf dem Flughafengelände zuständig, während die Landespolizei die Bereiche außerhalb des Flughafengeländes abdeckt.
Bundespolizeieinheit weitet landesweit aus
Die Ausweitung der Ermittlungen erfolgte nach einem Sicherheitsvorfall am 4. August am Flughafen Leipzig/Halle in Ostdeutschland. Laut Bundesanwaltschaft drang eine mit Sprengstoff und einem Zünder beladene Drohne auf das Flughafengelände ein. Die Staatsanwaltschaft fand ausreichende Beweise dafür, dass jemand beabsichtigte, mit dem Fluggerät eine Explosion herbeizuführen. Im weiteren Umkreis des Flughafens kollidierte zudem ein Frachtflugzeug mit einem Objekt, bei dem es sich vermutlich um eine weitere Drohne handelte. Die Bundesanwaltschaft übernahm am 6. August die Ermittlungen.
Das Bundeskriminalamt führt die polizeilichen Ermittlungen unter der Leitung der Bundesanwaltschaft. Die Behörden haben die Verantwortlichen für den Vorfall noch nicht öffentlich benannt. Die Regierung hat daher von einer Verantwortungszuweisung abgesehen, solange die Ermittler die Beweise auswerten. Der Fall hat die Aufmerksamkeit erneut auf den Schutz von Flughäfen und anderer kritischer Infrastruktur gelenkt. Deutsche Beamte haben zudem die Notwendigkeit einer schnelleren Koordinierung zwischen Bundesbehörden, Landesbehörden und Sicherheitsbehörden bei Drohnenvorfällen betont.
Neues Forschungszentrum nimmt Drohnenbedrohungen ins Visier
Deutschland hat am 18. August am Standort Cochstedt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein Technologiezentrum für Drohnensicherheit eröffnet. Die Einrichtung nutzt auch Forschungskapazitäten am DLR-Standort Braunschweig. Forscher testen dort Technologien zur Drohnenerkennung und -abwehr unter realistischen Einsatzbedingungen. Das DLR plant, mehr als 10 Millionen Euro zu investieren und bis zu 40 Arbeitsplätze zu schaffen. Das Zentrum vernetzt zudem Forscher, Sicherheitsbehörden und Unternehmen, die an Drohnenabwehrsystemen arbeiten.
Die neue Einrichtung arbeitet eng mit dem Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum Deutschlands zusammen, das Informationen und Lagebeurteilungen zwischen Bund und Ländern koordiniert. Deutschland hat zudem die Befugnisse der Bundespolizei im Bereich der Drohnenerkennung und -abwehr erweitert. Laut Dobrindt erfordert das rasante Tempo des technologischen Wandels, dass die Behörden kontinuierlich neue Systeme entwickeln und testen. Das aktuelle Regierungsprogramm kombiniert operative Polizeieinheiten, koordinierte Sicherheitsanalysen und gezielte Forschung, um den Schutz Deutschlands vor unerlaubten und gefährlichen Drohnen zu verstärken.
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